Zwischen Geschichte und Religion: Einblicke in die DDR
Im Rahmen des Religionsunterrichts der 9. Klassen fand eine Exkursion nach Leipzig statt, damit sich unsere Schüler mit der Rolle der Kirche in der DDR in einem anderen Umfeld auseinandersetzen können. Ziele an diesem Tag waren das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig sowie die Nikolaikirche und das Paulinum, als Orte historischer und religiöser Bedeutung.
Auf den Spuren der DDR: Welche Rolle spielte die Kirche?
In einer vielfältigen und komplexen Welt bietet der Religionsunterricht an unserer Schule Raum für Orientierung und Reflexion. Wie dies konkret verstanden wird, beschreibt unsere begleitende Lehrerin Frau Geuther so:
„Wir alle begegnen im Leben Menschen in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit. Dazu gehören auch Begegnungen mit religiösen Menschen verschiedenster Konfessionen. Der Religionsunterricht hat die Aufgabe, Orientierung in der gegenwärtigen Welt zu vermitteln und eine Vertrautheit mit religiösen Festen, Kunst, Literatur, sowie philosophischen und politischen Aspekten des Glaubens zu schaffen. Dabei nimmt der Religionsunterricht die Perspektive religiöser Menschen ein, spricht also nicht nur über sie, sondern mit ihnen, und kann somit einen Beitrag zu einem demokratischen und toleranten Miteinander leisten.“
Im Rahmen der Exkursion gingen unsere Schüler der Frage nach, welchen Einfluss politische Rahmenbedingungen auf Religion und Kirche ausüben. Auf der Suche nach Antworten begaben sie sich in Leipzig auf die Spuren der DDR und erkundeten historische Orte, die von diesem Verhältnis erzählen.
Nikolaikirche als Ausgangspunkt historischer Bildung
Ein zentraler Ausgangspunkt war die Nikolaikirche Leipzig. Auch wenn die Schüler sie nur von außen betrachten konnten, bot sie einen wichtigen historischen Bezugspunkt. So erfuhren die Schüler, dass die Nikolaikirche exemplarisch für die Friedensgebete und die Friedliche Revolution in der DDR steht und sie damit religiöse Praxis mit politischer Geschichte verbindet.
Zeitgeschichte im Zeitgeschichtlichen Forum
Dann ging es für die Schüler in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Im Rahmen einer Führung erhielten sie anschauliche Einblicke in das Leben der DDR sowie in die Rolle der Kirche in einem politischen System ohne demokratische Freiheitsrechte.
Das Paulinum als Ort einer komplexen Geschichte
Im Anschluss führte der Weg zum Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli. Der moderne Bau mit seiner offenen Glasarchitektur machte besonders deutlich, wie Spuren der Geschichte in der Gegenwart zu finden sind. Unsere Schüler waren beeindruckt von dem modernen Gebäude, hinter welchem eine lange und komplexe Geschichte steht, denn auch hier lassen sich Spuren der DDR finden. Eine unserer Schülerinnen sagte dazu: „Das Paulinum sah modern aus und gar nicht wie eine typische Kirche, weil viel aus Glas ist. […] Insgesamt war die Exkursion spannend und abwechslungsreich. Wir haben viel Neues darüber gelernt, was Mitbestimmung, Zivilcourage und Menschenrechte für eine demokratische Gesellschaft bedeuten.“
Warum sind außerschulische Lernorte so wichtig?
Exkursionen wie diese sind fest in unser Konzept des Religionsunterrichts eingebunden. Sie ermöglichen es, Lerninhalte an authentischen Orten zu erleben, Perspektiven zu erweitern und historische sowie gesellschaftliche Zusammenhänge greifbar zu machen. Die Exkursion zeigt beispielhaft, wie Lernen an außerschulischen Lernorten für unsere Schüler erweitert und erlebbar gemacht werden kann. Im Fokus stehen für uns dabei die Entwicklung von Urteilsfähigkeit, Empathie und gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein.












