„Wir bauen Brücken!“ - Projekttag für unsere Fünftklässler
Rollstuhlfahren auf Zeit, Schätzfragen über das Leben mit Behinderung, Gebärdensprache lernen und zwischendrin eine Mutprobe. Seit mehreren Jahren kommt Christian Lissek an unser Gymnasium, um unseren Fünftklässlern das Leben mit Behinderung in unserer Gesellschaft ein Stückchen näher zu bringen und erfahrbarer zu machen.
Christian leitet das Schulprojekt „Wir bauen Brücken!" des Malteser Hilfsdiensts und hat selbst eine körperliche Behinderung. Am zweiten Juli 2026 kam er aus seiner eigenen Perspektive heraus mit unseren Schülern ins Gespräch. Diese durften ihm alle Frage stellen, die sie hatten. Einen besonderen Moment gab es, als Christian die Klasse nach seinem Hobby fragte und eine Schülerin wie aus der Pistole geschossen antwortete: „Autorennen fahren." Staunen auf beiden Seiten. Die Auflösung kam schnell: Ihr großer Bruder hatte den Projekttag bereits ein paar Jahre zuvor mitgemacht und zu Hause so begeistert davon erzählt, dass die Antwort direkt hängen geblieben war. Ein schöner Moment, der im Kleinen zeigt, wie langjährige Kooperationen die gesamte Schulgemeinschaft erreichen und prägen.
Rollstuhl-Challenge im Schulprojekt „Wir bauen Brücken“
In diesem Jahr traten die fünften Klassen in verschiedenen Challenges gegeneinander an: Wer schafft es am schnellsten im Rollstuhl von A nach B zu kommen? Wie viele Menschen mit schwerer Behinderung leben eigentlich in Deutschland? Und wie sagt man eigentlich „Klassenzimmer" in Gebärdensprache? Es gestaltete sich eine authentische, humorvolle und offene Lernatmosphäre. Dadurch beteiligten sich unsere Schüler rege an den praktischen Übungen und setzten sich im anschließenden Austausch mit ihren Erfahrungen auseinander.
Weitere Infos zum Schulprojekt „Wir bauen Brücken“
Das Projekt läuft seit 2009 an sächsischen Schulen und hat ein klares Ziel: Vorurteile abbauen, Verständnis aufbauen. Das gelingt sehr gut, indem man nicht darüber „belehrt“, sondern die Schüler durch Erleben und neugieriges Fragen stellen für das Thema sensibilisiert. Am Ende jedes Projekttags sollen Achtung und Respekt selbstverständlicher sein als vorher und gesellschaftliche Teilhabe keine Ausnahme, sondern eine Haltung sein.
Wir danken Christian Lissek und den Maltesern für die langjährige Zusammenarbeit und freuen uns, dass dieses Projekt bei uns eine feste Tradition geworden ist.















