Zum Hauptinhalt springen

Unsere diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

| News

In der ersten Woche der Sommerferien reisten unsere Schüler der Klassen 8 bis 11 auf freiwilliger Basis zu einer sechstägigen Gedenkstättenfahrt nach Polen. Ziel war die Stadt Oświęcim, hier befindet sich die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz. Außerdem besuchten unsere Schüler die Stadt Kraków (dt. Krakau), um eine Zeitzeugin zu treffen.

Besuch der Stadt Oświęcim

Die Gedenkstättenfahrt hatte verschiedene Stationen. Unsere Schüler fuhren zuerst nach Oświęcim, eine Stadt, die in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers liegt. Hier besuchten sie das Auschwitz Jewish Center, die orthodoxe Synagoge und den jüdischen Friedhof der Stadt. Eine von den Schülern selbstständig durchgeführte Stadtführung durch das historische Zentrum, angeleitet durch die App „Oshpitzin", machte die Geschichte der Stadt, sowie das jüdische Leben vor dem Holocaust für alle sehr greifbar.

Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Ausschwitz

Unsere Schüler besuchten zwei Mal das KZ-Stammlager „Auschwitz I“. Hier gab es eine Führung durch die Ausstellung, in welcher die ehemaligen Baracken besichtigt wurden. Im Anschluss konnten die Schüler selbstständig die Ausstellung zu den einzelnen Ländern besichtigen. Hier konnten sie sich mit der Besatzung- und Widerstandsgeschichte der Länder auseinandersetzten deren Bevölkerung in das Konzentrationslager deportiert wurden. An einem weiteren Tag besuchten unsere Schüler das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau („Auschwitz II“) mittels eines geführten Rundgangs. Den Abschluss bildete eine von den Schülern selbst gestaltete Gedenkzeremonie im KZ Auschwitz-Birkenau, die sie vorbereitet hatten.

Zeitzeugen als wichtiger Teil der Erinnerungsarbeit

Einen besonderen Moment bildete der Besuch der Kunstausstellung von Marian Kołodziej. Ein Zeitzeuge, der nach über 50 Jahren des Schweigens seine Erlebnisse in ausdrucksstarker Kunst verarbeitete. Seine Werke konnten unsere Schüler in den Kellergewölben des Benediktinerklosters Harmęże sehen.

Der Ausflug nach Kraków verband Stadtgeschichte mit einem der eindrücklichsten Momente der Fahrt: einem Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Anna Janowska-Ciońćka. Solche Begegnungen werden seltener, umso wichtiger für uns, sie zu ermöglichen, solange es noch geht. Auch diesen Herbst wird ein weiterer Zeitzeuge uns am Gymnasium in Naunhof besuchen. Den Abend verbrachte die Gruppe mit einem traditionellen Gänge-Menü und Klezmer-Musik im Klezmerhois. Ein bewusst gesetzter Programmpunkt, um jüdisches Leben neben der Opfergeschichte auch in seiner kulturellen Vielschichtigkeit kennenzulernen.

Reflexion als Teil des Programms

Begleitet wurde die Gruppe von Maud Vogel vom Leipziger Parcours e.V., die die Reflexionsprozesse der Jugendlichen professionell begleitete und einen Workshop zu den Stationen der Entrechtung und Verfolgung des europäischen Judentums durchführte. Die Fahrt legte dabei besonderen Wert auf polnische und jüdische Opferperspektiven.

Die Eindrücke unserer Schüler während der Fahrt waren sehr unterschiedlich. Manche Schüler staunten darüber, dass die Gedenkstättengelände heute aufgeräumt und begrünt sind, kein kahles, graues Bild, wie man es vielleicht erwartet hätte. Für einige war genau das irritierend. Andere Schüler deuteten das Grün als Zeichen dafür, dass der Nationalsozialismus gescheitert sei.

Wir planen, eine Gedenkstättenfahrt zu ausländischen Lernorten der NS-Geschichte alle zwei Jahre anzubieten. Wir bedanken uns bei allen engagierten Lehrkräften, Mitgestaltern und Unterstützern für die eindrückliche Zeit.

Die Gedenkstättenfahrt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus sächsischen Mitteln. Weitere Unterstützung leisteten die Bethe-Stiftung, die Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens, das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK), die Brücke|Most-Stiftung sowie die IBB gGmbH. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.